Der Mittelpunkt der Gewölbekappe wird als offenes Quadrat von Rippen, jeweils zwischen einem Nebenschlussstein und dem Schlussstein der äußeren Querrippe markiert. Bei der 1993/94 durch den Frankfurter Restaurator Bernhard Klemm durchgeführten farbrestauratorischen Untersuchung wurden 10 bis 11 erhaltene Farbfassungen, davon drei gegliederte Rippenfassungen, festgestellt. Das aufgefundene Fragment einer Rankenbemalung lässt auf die ursprüngliche Ausmalung der Gewölbekappen mit einer Blumen- Blatt- Rankenbemalung schließen. Den nur 1,65 m breiten Flur zum Hinterausgang überspannt ein Gewölbe, dessen Rippen, von den Kämpfern ausgehend zu zwei Schlusssteinen und von diesen zur jochteilenden Querrippe führen, jeweils Dreiecke bilden. an die Flurwände angrenzenden Gewölbefelder sind hinter den Gewölberippen fast nicht zu bemerken.
Abb.3 Gewölbe im Flur zum HinterausgangAbb.3

Im nördlichen Laden überziehen die Wölbfiguren netzartig das als durchgehende Tonne erscheinende Gewölbe. Jochteilende Querrippen sind durch Nebenrippen mit dem Hauptschlussstein verbunden. Von den Kämpfern zu den Nebenschlusssteinen verlaufende Rippen kennzeichnen jeweils rechts und links in jedem Joch stichkappenartige Einschnitte quer zur Raumrichtung. Im Keller befindet sich eine große zweischiffige dreijochige kreuzrippengewölbte Halle mit zwei mächtigen sechseckigen Pfeilern aus dem Spät-Mittelalter, vielleicht schon aus dem 14. Jahrhundert.
Abb.4 Gewölbeausschnitt im KellerAbb.4

Die Anfänge dieses alten Kaufmannshauses reichen bis fast zum Beginn der Frankfurter Geschichte als Stadt zurück. Ursprünglich waren es, wie auch die Gestaltungsfunde an der Fassade schließen lassen, zwei nebeneinander stehende schmale, langgestreckte Häuser, deren Giebel ebenso wie die der Nachbarhäuser zur Oderstraße zeigten. Die Besitzer dieser Häuser lassen sich erst seit der Mitte des 16. Jahrhunderts feststellen. Das Eckhaus, welches mit zwei Buden verbunden war, die sich in die spätere Forstgasse erstreckten, gehörte dem Ratsherren und Kämmerer Merten Knobloch. Er vererbte das Haus seinem Sohn Johann Knobloch, der bis zu seinem Tod im Jahre 1599 als Professor der Medizin an der Frankfurter Universität wirkte. (Abb.5 Prof. Dr. med. Johann Knobloch 1529 bis 1599). Nach ihm befand sich das Haus bis 1641 im Besitz von Professor Christoph Neander, der eine Tochter von Prof. Knobloch geheiratet hatte.
Abb.5 Prof.Dr.med. Johann Knobloch 1529 bis 1599Abb.5
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