| Abb.6 Prof. phil. et theol.Christoph Cornerus 1518 bis 1594 | ![]() | ||||||||
Das Nachbarhaus ohne Buden und ohne größeren Keller befand sich in der Mitte des 16. Jahrhunderts wahrscheinlich im Besitz des Professors der Theologie und Philosophie Christoph Cornerus. Jener verstarb 1594 in Frankfurt (Oder). Spätestens ein halbes Jahrhundert später kamen beide Häuser in eine Hand. Der neue Besitzer der Häuser war Tido Heinrich von der Lith, seit 1676 Professor der Philosophie an der hiesigen Universität und mehrfacher Bürgermeister der Stadt. Er verstarb 1698 in der Oderstadt. Prof. v.d. Lith ließ die Häuser umbauen. Beide Häuser wurden zusammengebracht. Die bisherigen zwei Stockwerke wurden um ein drittes erhöht sowie das gesamte Haus unter einem einheitlichen Dach ausgeführt. Das Haus in der Form des ausgehenden 17. Jahrhunderts dürfte so nur ein halbes Jahrhundert bestanden haben. Nach dem großen verheerenden Brand in der Nacht vom 23. Oktober 1742 wurde nicht nur dieses Haus, sondern auch sieben umliegende Gebäude dieses Häuserquartiers in Mitleidenschaft gezogen. | |||||||||
| Abb.7 Prof. phil. Tido Heinrich von Lith, gestorben 1698 | ![]() | ||||||||
Durch die noch im gleichen Jahr folgenden Baumaßnahmen verloren auch die unser Gebäude umgebenden Häuser ihr mittelalterliches Antlitz. Die neuen Häuser wurden ebenfalls drei Etagen hoch gebaut und ohne Vordergiebel ausgeführt. Statt der bisherigen Zwischengassen wurden Brandmauern bis zum Dach errichtet. Zu dieser Zeit gehörte das Haus der Witwe des Jakob Stürmer. Sie bekam, gleich den anderen geschädigten Hauseigentümern, für das wiederhergestellte Haus ab 1742 fünf Jahre Schoßfreiheit. Schon 1749 scheint Frau Stürmer das Haus verkauft zu haben, denn als neuer Eigentümer wird ein Herr Kämers in den Schoßkatastern genannt. Um 1755 gelangte es in den Besitz des Kaufmanns Busse, über dessen Erbin Anne Louise Wilhelmine Busse das Haus Anfang der neunziger Jahre an die Frau des Kriegsrates Rücker kam. Mit dem heute nicht mehr vorhandenen Kaufvertrag zum Haus, zu den zwei Buden und der dazugehörigen Wiese vom 22. Januar 1796 begann diejenige Nutzung des Hauses, welches es bis heute hat: Haus Nr.616 (erste durchgehende Hausnummerierung), dann Große Oderstraße 42/ Forststraße 8-10 und heute Große Oderstraße 42/ Forststraße 1 wurde Apotheke. | |||||||||
| Abb.8 Kartenausschnitt zum Wiederaufbau der 1742 beschädigten Häuser | ![]() | ||||||||